Bobby Naubert war mit 22 Punkten Topscorer des TVI bei der bitteren Pleite gegen Wölfen

„Ich habe so ein Spiel noch nie zuvor gesehen“, war Tobias Hülsmeier, der Manager der TVI-Basketballer, direkt nach der 78:81-Niederlage des Regionalligisten gegen den BSV Wulfen am Samstag in der heimischen Halle Ost zunächst sprachlos.

Vor rund 450 Zuschauern hatten die Ibbenbürener in der ersten Hälfte die „schlechtesten 20 Minuten der Saison“ hingelegt und zur Pause fast schon aussichtslos mit 25:49 hinten gelegen. Es folgten „die besten 15 Minuten der letzten zwei Jahre“, so Hülsmeier. In der Mitte des letzten Viertels hatte der TVI das Spiel gedreht und lag selbst mit fünf Zählern vorn. Diesen Vorsprung aber brachten die Ibbenbürener nicht über die Zeit. Drei Sekunden vor dem Ende kassierten sie die entscheidenden Punkte zur 78:81-Niederlage.

Auch TVI-Trainer Timo Völkerink brauchte eine Weile, bis er das gerade Geschehene einsortieren und kommentieren konnte. „Zwei so unterschiedliche Gesichter einer Mannschaft habe ich im Herren-Basketball selten erlebt“, war er sichtlich mitgenommen von dem hochspannenden Spiel. Eigentlich hätte die Begegnung gegen den BSV Wulfen nicht verloren werden dürfen, so Völkerink. „Wenn wir auch nur ansatzweise eine gute erste Halbzeit spielen, sieht es am Ende ganz anders aus“, ist er sich sicher.

Die Trefferquote des TVI im ersten Durchgang war verheerend. 15 Mal setzten die Ibbenbürener zu einem Drei-Punkte-Wurf an, trafen aber kein einziges Mal. Die Trefferquote in der ersten Halbzeit lag insgesamt bei 20 Prozent. „Wir haben elf Offensiv-Rebounds geholt und scoren davon gar nichts“, nennt Timo Völkerink einen weiteren Negativ-Wert. Viele „schnelle und dumme Würfe“ verzeichnete er: „Das sah nach einer Jugendmannschaft aus. Jeder wollte mal werfen, aber als Team haben wir nicht die nötige Aggressivität aufs Parkett gebracht“, so Völkerinks Fazit der ersten Hälfte, die mit 49:25 an die Gäste ging.

Wie ausgewechselt kam der TVI nach der Halbzeitpause aus der Kabine, verteidigte deutlich aggressiver und traf jetzt auch. „In der zweiten Halbzeit haben wir alles besser gemacht“, war Timo Völkerink jetzt zufrieden. Viel sagen musste er der Mannschaft in der Pause nicht: „Wir wussten, dass wir was wiedergutzumachen haben. Wir wollten eine Antwort geben, und die Jungs waren zum Halbzeitcall heiß, die Antwort zu geben.“ Nach dem dritten Viertel war der Wulfener Vorsprung von 24 Punkten auf neun Punkte geschrumpft, und sechs Minuten vor dem Abpfiff führte der TVI nach 16 Punkten in Folge sogar mit 71:66.

Dass die Ibbenbürener diese Leistung bis zum Schluss durchhalten würden, war eher unwahrscheinlich, und so wurde es am Ende ganz knapp. Drei Sekunden vor dem Ende der Partie stand es 78:78, Wulfen hatte zwei Freiwürfe. Christian Marquardt traf den ersten und warf den zweiten bewusst so ans Brett, dass er zu einem Mitspieler zurückprallte, der den Ball für zwei Punkte einnetzte. Bei einer Sekunde verbleibender Spielzeit waren die drei Punkte Rückstand nicht mehr aufzuholen.

Manager Tobias Hülsmeier bedankte sich nach 40 nervenaufreibenden Minuten beim Publikum, das „auch nach der Halbzeit trotz 24 Punkten Rückstand hinter uns stand. Nächstes Wochenende spielen wir für unsere Fans und holen den Sieg“, versprach er.

TV Ibbenbüren: Naubert (22), Dolkemeyer (17), Post (16), Hagner (8), Fischer (7), Beuing (4), Patte (3), Reich (1), Avermann, Freimuth, Westphal.

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung