Courtney Belger und seine Freundin Ali Schwagmeyer fühlen sich in Deutschland wohl.51 Punkte in einem Spiel – das hat es im Regionnalliga-Team des TVI noch nie gegeben. Zumindest kann sich niemand daran erinnern. Der Mann, dem das gelang, ist Courtney Belger. Im Gespräch mit Henning Meyer-Veer, von der Ibbenbürener Volkszeitung, verrät der US-Amerikaner sein Erfolgsgeheimnis.

 

 

 


Mr. Belger, haben Sie vorher schon jemals 51 Punkte markiert?

Courtney Belger: In der letzten Saison, als ich zu Hause war, habe ich mal 54 Punkte geschafft. Das war zwar in einer semi-professionellen Liga, aber es war das erste Mal. Vorher ist das noch nie passiert.

Wo lag Ihr Rekord vorher?

Belger: Irgendwo bei 35. Das war schon eine Menge für mich.

Was ist denn nun das Geheimnis, das hinter den 51 Punkten steckt?

Belger: Meine Freundin war da . . .

Und Sie wollten Sie beeindrucken?

Belger: Exakt. Ich wollte sie beeindrucken. Und einen guten Freund. Er kann im College nicht mehr Basketball spielen, weil er operiert werden muss. Und da habe ich mir gesagt, heute Abend will ich sehr gut spielen, damit ich es ihm nach dem Spiel erzählen kann. Unser Gegner hatte aber auch keine gute zweite Hälfte. Ich hatte schon früh einige Ballgewinne und viele Körbe. Da habe ich mir gedacht, dass es ein guter Abend sein könnte. Vor dem Spiel hatte ich aber nicht geglaubt, dass ich gut spielen würde. Beim workout am Morgen habe ich sehr schlecht geschossen. Erst in den letzten zehn Minuten lief es dann besser. Aber vorher war ich schon ein bisschen besorgt.

Ich hoffe, Ihre Freundin war beeindruckt . . .

Belger: Oh ja.

Hat sie das gesagt?

Belger: Ja, sie war sehr glücklich. Sie hat es aber nur zur zweiten Halbzeit geschafft. Das ist ein bisschen traurig, denn die erste Halbzeit war besonders gut. Aber es ist schon okay, wir haben ja noch Spiele.

Was halten Sie vom Niveau des hiesigen Basketballs?

Belger: Es ist ein bisschen langsamer als das Spiel in den USA. Aber die Spieler sind alle sehr intelligent, und sie wissen, wie das Spiel zu spielen ist. Ich lerne selbst dann, wenn ich meiner U18 trainiere. Zum Beispiel, wie man in Deutschland zum Korb geht und solche Sachen. Das hilft mir im Match. Ich mag das europäische Spiel aber generell. Es ist sehr smart und elementar. Wenn man beide Spielweisen verbinden kann, dann ist das schon von Vorteil.

Sie trainieren täglich. Ich hörte auch um 5 Uhr am Morgen?

Belger: Ja, an sehr vielen Tagen. Die Schule beginnt hier um 7 Uhr, und so kann ich zwei Stunden vorher trainieren.

Was machen Sie dann?

Belger: Ich trainiere Ballbehandlung, arbeite mit der Leiter und an meiner Beweglichkeit. Solche Sachen. In der letzten Dreiviertelstunde schieße ich dann meist Bälle. Es ist aber schwierig, catch and shoot, also Ballannahme und Abschluss, alleine zu trainieren. An einigen Tagen habe ich aber Jannik Lübke als Partner dabei, dann machen wir das zu zweit. Es ist schön, wenn er dabei ist.

Und er kommt auch um 5 Uhr morgens?

Belger: Wenn man einmal wach ist, ist man wach.

Keine normale Zeit zum Trainieren, oder?

Belger: Nicht wirklich.

Auch nicht Ihre Zeit?

Belger: Zu Hause habe ich jeden Tag morgens um 5 Uhr trainiert, weil ich um 10 Uhr arbeiten musste und die Zeit in der Halle brauchte. Hier nicht jeden Tag, weil wir mehr Hallenzeit haben.

Sie haben am Samstag 51 Punkte markiert, aber Ihre Mitspieler loben immer wieder ihren Charakter als Teamplayer – wie passt das zusammen?

Belger: Man kann ja sehen, ob jemand nur darauf aus ist, zu punkten. Ich schließe nur dann ab, wenn ich sehe, dass der Weg frei ist. Wenn mein Gegenspieler aber zu viel Hilfe bekommt, dann gucke ich, wer stattdessen frei ist. Ich sage mir auch nicht, ‚ich habe schon so viele Punkte gemacht, jetzt spiele ich ab‘. Ich versuche einfach, immer das Richtige zu machen. Wenn mein Gegenspieler keine Hilfe bekommt, heißt das, ich kann punkten. Bekommt er Hilfe, dann heißt das, ich kann nicht punkten oder ich muss gucken, wo eine Lücke ist. Wenn man es auf diese Weise macht, dann ist man nicht egoistisch und macht auch nichts falsch.

Wie gefällt es Ihnen eigentlich nach fünf Monaten in Ibbenbüren?

Belger: Ich mag es hier sehr. Jeder ist nett zu mir und tut alles, dass ich mich wie zu Hause fühle. Ich war über Weihnachten zwei Wochen zu Hause. Es war schön mit meiner Familie, aber ich habe Ibbenbüren schon vermisst. Ich werde hier sehr gut behandelt. Wenn ich Probleme habe, kann ich mich immer an Diesel oder meine Gastfamilie wenden, und sie versuchen, mir zu helfen. Der Verein hilft mir auch, Trainingsmöglichkeiten zu finden, weil sie wissen, wie gerne ich trainiere. Mein Leben hier ist schön.

Wie wichtig ist es für Sie, dass Ihre Freundin jetzt einen Vertrag in Osnabrück unterschrieben hat.

Belger: Sehr. Als sie noch zu Hause war, haben wir oft und viel telefoniert – und ich habe nicht so viel Schlaf bekommen. Nun schlafe ich mehr und wir können uns regelmäßig sehen – auch bei Spielen. Es ist alles großartig im Moment.

 

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung

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