Foto: Alles unter Kontrolle: Courtney Belger brachte den Sieg der Ibbenbürener Basketballer am Ende nach Hause. Henning Meyer-Veer

Der Ibbenbüren Express in der Basketball-Regionalliga rast unaufhaltsam weiter. Am Samstagabend gewannen die Swap Ballers beim BSV Wulfen mit 98:84 und untermauerten damit ihren Spitzenplatz.

Ibbenbüren. Und was war das wieder für ein Spiel. Die Gäste aus Ibbenbüren waren nämlich im Prinzip schon erledigt, lagen vor Beginn des Schlussviertels 62:71 im Hintertreffen. Bis dahin sahen die Gastgeber aus wie der sichere Sieger. Nichts, aber auch gar nichts sprach vor Beginn der letzten zehn Minuten für die Ibbenbürener. Und doch waren sie es, die am Ende triumphierten.

Doch der Reihe nach: Die Gastgeber waren in einer gut gefüllten Halle, in die auch rund 40 Ibbenbürener Zuschauer den Weg gefunden hatten, von Beginn an das bessere Team. Motiviert bis in die Haarspitzen hatte der BSV gegen die TVIler auch spielerisch klare Vorteile. Dabei war es gar nicht mal Christopher Antonio Brown, der starke Power Forward des BSV, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Mit 15 Punkten kam er zwar auf eine solide Bilanz, aber eben auch nicht mehr. Ihn hatte die Ibbenbürener Defense gut im Griff. Größere Probleme bereiteten den Gästen die kleinen Wulfener Schützen Penders (23 Punkte) und Marquardt (16) spielten sehr stark und bereiteten den Gästen Probleme. Dass die Ibbenbürener zur Halbzeit (53:44 für Wulfen) überhaupt noch in Reichweite waren, verdanken sie den starken Nerven von Youngster Kai Patte, der mit zwei verwandelten Dreiern sein Team im Spiel hielt.

Nach dem Seitenwechsel lief es dann besser. Das dritte Viertel endete Unentschieden, sodass der BSV Wulfen mit neun Punkten Vorsprung in die letzten zehn Minuten ging. Und was da passierte, das bekommt man im Basketball auch nicht alle Tage zu sehen. Fünf Minuten vor dem Ende nahm Ibbenbürens Trainer Timo Völkerink eine Auszeit und stellte die Defense auf ein Zonensystem um – das seine Mannschaft zuvor noch nicht einmal im Training probiert hatte. Ein – im Endeffekt – genialer Schachzug, denn das Spiel kippte. Drei-Punkte-Wurf Florian Avermann, Drei Punkte-Wurf Marcel Kosiol, Fast-Break-Korb Patrick Olliges – die Moral der Gastgeber war gebrochen. Die desaströse Bilanz der Wulfener: 4:27 die letzten fünf Minuten, 0:16 die letzten zwei Minuten.

Das war auch nicht dadurch zu ändern, dass Marcel Kosiol und Atilla Göknil zum Ende mit je fünf Fouls rausmusste. Und auch das Ausscheiden von Patrick Olliges, der sich bei seinem Fast-Break verletzte, half den Wulfenern nicht. Olliges gab übrigens am Sonntag schon wieder Entwarnung – es war lediglich eine Bänderdehnung. „Ich spiele am Samstag gegen Dorsten definitiv.“ Am Ende brachte Courtney Allen Belger den Sieg der Gäste sicher nach Hause und beendete die Partie mit der letzten Aktion standesgemäß: ein Dunking. Sehr zu Freude der Ibbenbürener Fans, die am Ende verständlicherweise lauter waren als die Gastgeber.

Die TVI-Verantwortlichen waren am Ende zufrieden. „Ein klassischer Kampfsieg. Nicht gut gespielt, viele Fehler gemacht, aber bis zur letzten Sekunde gefightet. Solche Spiele muss man erst mal gewinnen“, lobte Teammanager Tobias Hülsmeier. Trainer Timo Völkerink: ergänzt: „Wir haben die erste Halbzeit verschlafen und sind erst in der zweiten Halbzeit ins Spiel gekommen.“

Ibbenbüren: Belger (33), Chiwuzie (16), Olliges (13), Göknil (12), Avermann (7), Beuing (6), Patte (6), Kosiol (5), Kosel, Westphal (dnp), Reich (dnp).

Quelle: IVZ