Nach der Absage der Saison 2020/2021 wird der Westdeutsche Basketballverband den Vereinen, die einen Lizenzantrag für die 2. Bundesliga stellen, eine Möglichkeit der sportlichen Qualifikation geben. Diese sportliche Qualifikation ist zusätzlich zur Erteilung einer Lizenz für die Pro B die Bedingung, um in der Saison 2021/2022 in der 2. Liga starten zu können.

Dafür wird es im Juni ein Format zur Qualifikation geben, welches bis heute noch nicht klar geregelt ist und in Abhängigkeit zu der Anzahl der Mannschaften stehen wird – dies könnte in Turnierform, mehreren Spielen oder anderweitig stattfinden. Auch wird es möglich sein für diese Qualifikation „neue Spieler“ zu verpflichten – bspw. Leistungsträger aus höheren Ligen, die im Juni nicht mehr spielen.

Bis zur vergangenen Woche hatte noch kein Verein aus der 1.Regionalliga Herren einen Lizenzantrag bei der 2. Bundesliga gestellt, lediglich die Rhöndorfer haben dies in einer Telefonkonferenz aller Vereinsverantwortlichen der 1. Regionalliga angekündigt. Auch von Herford wird erwartet, dass Sie einen Antrag stellen werden. Die Frist läuft dafür am 15. April 2021 ab. Alle Vereine der 1. Regionalliga West waren sich darin, dass es auf jeden Fall eine sportliche Qualifikation geben wird, auch wenn nur eine Mannschaft letztendlich einen Lizenzantrag gestellt hat. Sollte dies der Fall sein, wird der WBV noch einmal mit allen Vereinen Kontakt aufnehmen, um die sportliche Qualifikation dennoch durchzuführen.

Am Ende einer langen und intensiven Phase der Entscheidungsfindung haben sich die Verantwortlichen des TVI um Manager Tobias Hülsmeier und dem Leiter Regionalligabasketball Daniel Brüggemann dazu entschieden, keinen Lizenzantrag für die 2. Basketball Bundesliga Pro B zu stellen.

Diese Entscheidung hat vornehmlich folgende drei Gründe:

Ein Aufstieg nach möglicherweise gerade einmal sieben Spielen würde sich nicht wie ein „richtiger Aufstieg“ anfühlen. Keine reguläre Hauptrunde, keine Play-Offs, keine Fans und nur eine Handvoll Spiele  – diese Aspekte fühlen sich nicht wirklich gut an. Sowohl die Mannschaft, als auch das Team hinter dem Team wie auch die beiden Entscheider Hülsmeier und Brüggemann wünschen sich eine „richtige“ Saison 2021/22, denn eine Aufstiegssaison sollte in einer vollen #hoelleost und vor den #bestenfansderliga gespielt werden.

Ein weiterer Grund besteht in den Lizenzstatuten und den hohen Anforderungen, die die Pro B für eine Lizenzierung auferlegt. Diese Hürden wie bspw. ein hauptamtlicher Jugendkoordinator und ein festangestellter Manager sind für die Basketballabteilung des TVI nicht mal eben in wenigen Wochen umzusetzen. Dafür bedarf es einige Monate Vorlaufzeit, die nun durch die Corona Pause gefehlt hat.

Abschließend fehlen den TVI Basketballern aktuell auch einfach noch Gelder für eine seriöse und mittelfristige Planung. Glücklicherweise sind die meisten Sponsoren dem TVI treu geblieben und damit auch der Grundstock für die kommende Saison, aber einige andere Sponsoren haben aufgrund von Corona oder anderen Gründen Ihr Engagement verkleinert oder ausgesetzt. Die fehlenden Einnahmen aus den Heimspielen machen sich nicht zu sehr bemerkbar, da auch einige Ausgaben wie Spielergelder nicht angefallen sind. Auch spielt durchaus eine relevante Rolle, dass sich das Vertragsverhältnis zum bisherigen Hauptsponsor derzeit als sehr unsicher darstellt.

Das Fazit der TVI Verantwortlichen: Das Projekt Pro B wäre zum derzeitigen Zeitpunkt nun einmal kein seriöses Projekt, welches vor den wirtschaftlichen, strukturellen und fantechnischen Gegebenheiten zu vertreten wäre.

Sollte im Juni eine Qualifikation ausgespielt werden, bei der es an potentiellen Gegnern mangelt, wird der TVI dort als aktueller Tabellenführer jedoch gerne anreisen und gegen die Rhöndorfer spielen. Dafür wäre die Mannschaft auf jeden Fall zu begeistern und würde dies als eine Art  Saisonabschluss nehmen.

Dem TVI ist bewusst, dass sich manche Fans möglicherweise eine andere Entscheidung gewünscht hätten, nur kann man einen Lizenzantrag ausschließlich dann vertreten, wenn dieser verantwortbar ist und sich auch gleichzeitig „richtig“ anfühlt. Dies trifft in der momentanen Situation leider nicht zu. Hier wird aber ein großer Wert darauf gelegt, dass dies eine momentane Entscheidung ist und sich an dem perspektivischen Ziel Pro B nichts geändert hat.

Tobias Hülsmeier: „Ich finde es trotz aller Geilheit auf Pro B in diesem Jahr richtig keinen Antrag zu stellen. So haben wir die Chancen die internen Strukturen aufzubauen, bei der auch die Abteilung an sich wachsen muss. Außerdem ist ein Aufstieg ohne Play Off Spiele in der #hoelleost und vor den #bestenfansderliga einfach nicht richtig.“

Daniel Brüggemann: „Das Ziel des TVI ist und bleibt die Pro B – keine Frage. Und das peilen wir an, sobald es realistisch und seriös umsetzbar ist. Das bedeutet: In diesem Jahr spielen wir leider keine Qualifikation aber der Weg ist hier nicht zu Ende!“

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